Am 11. Januar 2009 schrieb ein Mann aus Kalifornien zwei Wörter ins Internet: „Running bitcoin“. Kein Punkt, keine Erklärung, kein Thread hinterher. Es war eine Statusmeldung über ein Programm, das gerade auf seinem Rechner lief.
Heute gehört der Satz zu den meistzitierten der Bitcoin-Geschichte. Was die wenigsten wissen: Für den Mann, der ihn geschrieben hat, stimmte er im selben Jahr ein zweites Mal, auf eine Art, die er damals nicht ahnen konnte. Und eine dritte Bedeutung hat er erst nach seinem Tod bekommen.
Am 28. August 2014 ist er gestorben. Das hier ist der längste Text, den wir je geschrieben haben, und der einzige, bei dem uns die Länge egal war. Wer Hal Finney nur als Fußnote der Bitcoin-Geschichte kennt, kennt die kleinere Hälfte.
Wer war Hal Finney?
Harold Thomas Finney II, geboren am 4. Mai 1956 in Coalinga, Kalifornien, war Kryptograf, lange bevor es Bitcoin gab. Er studierte am California Institute of Technology, verdiente sein erstes Geld mit der Programmierung von Konsolenspielen. Dann landete er bei der Sache, die sein Leben bestimmen sollte.
Er arbeitete mit Phil Zimmermann an PGP, jener Verschlüsselung, die E-Mails zum ersten Mal für normale Menschen abhörsicher machte und die die US-Regierung Anfang der Neunziger für so gefährlich hielt, dass sie drei Jahre lang gegen Zimmermann ermittelte. Als aus dem Projekt eine Firma wurde, war Finney nach eigenen Worten „one of the first hires“. Er blieb dort bis zu seinem Ruhestand Anfang 2011.
Parallel schrieb er auf der Cypherpunk-Mailingliste, jenem Kreis von Programmierern, Mathematikern und Aktivisten, die in den Neunzigern eine einfache These vertraten: Privatsphäre in einer digitalen Welt entsteht nicht durch Gesetze, sondern durch Code. Finney betrieb einen der ersten anonymen Remailer der Welt, ein Werkzeug, mit dem sich Nachrichten anonym durchs Netz schicken ließen, zwanzig Jahre bevor Anonymität im Internet ein Massenthema wurde. Er baute die Dinge, über die andere diskutierten.
2004 kam er dem Ziel am nächsten: RPOW, Reusable Proof of Work, ein digitales Zahlungsmittel, dessen Einheiten auf Arbeitsnachweisen beruhten und weitergegeben werden konnten. Es funktionierte. Es brauchte nur immer noch einen einzelnen Server als Dreh- und Angelpunkt. Genau diese eine Lücke blieb offen.
Vier Jahre später schloss sie jemand anders. Und Finney erkannte sofort, was er da vor sich hatte.
Der 11. Januar 2009: zwei Wörter
Am 3. Januar 2009 entstand der Genesis-Block. Wenige Tage später veröffentlichte Satoshi Nakamoto die erste Version der Software. „When Satoshi announced the first release of the software, I grabbed it right away“, schrieb Finney später. Er startete sie und setzte den Satz ab, der ihn überleben sollte. In seiner kalifornischen Ortszeit war es noch der 10. Januar; an diesem Tag startet bis heute auch die Running Bitcoin Challenge.
Was „running bitcoin“ damals technisch bedeutete: Der Client von 2009 war ein einziges Programm: Knoten, Wallet und Mining in einem. Wer ihn startete, betrieb einen vollwertigen Knoten: Er hielt die gesamte Blockkette vor, prüfte jede Transaktion und reichte sie weiter. Wer zusätzlich unter Optionen „Generate Coins“ einschaltete, schürfte gleich mit. Finney tat beides.
Gemeint war nichts Feierliches. Auf seinem Rechner lief die Software, und außer ihm tat das damals so gut wie niemand. „I think I was the first person besides Satoshi to run bitcoin“, schrieb er später, vorsichtig formuliert. Diese Vorsicht war berechtigt: Auswertungen früher Log-Dateien legen nahe, dass in den ersten Tagen noch ein, zwei weitere Rechner mitliefen. An der Größenordnung ändert das nichts. Man konnte das Netzwerk damals an einer Hand abzählen. Für viele ist er damit der erste Bitcoiner.
„I mined block 70-something“, schrieb er über die ersten Tage. Damals stand die Schwierigkeit auf 1, ein normaler Prozessor reichte für einen Block. Aufgehört hat er, weil der Rechner heiß lief und ihn das Lüftergeräusch störte. „In retrospect, I wish I had kept it up longer“, schrieb er 2013, „but on the other hand I was extraordinarily lucky to be there at the beginning.“ Man muss sich das kurz vor Augen führen: Das Bitcoin-Netzwerk bestand aus einer Handvoll Rechnern, und einer davon wurde abgeschaltet, weil er zu laut war.
Die erste Bitcoin-Überweisung: Block 170
Am 12. Januar 2009, einen Tag nach dem Tweet, schickte Satoshi Nakamoto ihm zehn Bitcoin. Zum Test. Es war die erste Bitcoin-Transaktion zwischen zwei Menschen, festgehalten in Block 170, bis heute in der Blockchain nachlesbar, mit demselben Beweis wie an dem Tag, an dem sie geschrieben wurde.
In den Tagen danach schrieb Finney E-Mails mit Satoshi, meldete Fehler, machte Vorschläge. Er war nicht nur einer der ersten Nutzer. Er war der erste Mensch, der die Sache ernst nahm.
Das zweite „Running“: 2009 war auch sein Laufjahr
Hier kommt der Teil, der in den meisten Texten über Hal Finney fehlt.
Als er „Running bitcoin“ schrieb, war er selbst in der besten körperlichen Verfassung seines Lebens. In seinen eigenen Worten: „I was in the best shape of my life at the start of that year, I'd lost a lot of weight and taken up distance running. I'd run several half marathons, and I was starting to train for a full marathon.“ Deutlich abgenommen, mehrere Halbmarathons in den Beinen, das erste Marathontraining begonnen. Im Mai 2009 lief er den Los-Angeles-Marathon, als Standortbestimmung für Santa Barbara im Dezember, wo er die Zeit verbessern wollte. Das Ziel dahinter: eine Qualifikationszeit für Boston.
Laufen war bei ihm keine Nebensache. Er plante seine Läufe teils einen Monat im Voraus und lief auch auf Geschäftsreisen. Der Halbmarathon war seine Distanz. Fran lief ebenfalls.
In demselben Jahr, in dem das Netzwerk zu laufen begann, lief Hal Finney also selbst. Und in demselben Jahr hörte er damit auf.
August 2009: die Diagnose
„Mein Körper begann zu versagen“, schrieb er. Undeutliche Sprache, weniger Kraft in den Händen, Beine, die sich nicht mehr erholten. Im August 2009 bekam er die Diagnose: ALS, amyotrophe Lateralsklerose. Eine Krankheit, die genau die Nervenzellen zerstört, die die Muskeln steuern. Erst die Beine, dann die Arme, dann die Sprache, am Ende die Atmung. Der Verstand bleibt klar. Man sieht sich selbst dabei zu.
Acht Monate zuvor hatte er auf einen Marathon hintrainiert.
17 Tage später: 1:59:27
Und dann passiert etwas, das wir für den stärksten Moment dieser ganzen Geschichte halten.
Siebzehn Tage nach der Diagnose lief Hal Finney einen Halbmarathon.
Am 6. September 2009 ging er in Anaheim an den Start, zusammen mit Fran. Es war kein Wettkampf mehr. Sie liefen zusammen, er blieb bei ihr, musste oft pausieren und hatte danach lange Muskelkater. Ins Ziel kamen sie Hand in Hand, die Arme oben. 1:59:27. Unter zwei Stunden, siebzehn Tage nachdem ihm ein Arzt gesagt hatte, dass seine Nervenzellen absterben.
Es war sein letztes richtiges Rennen.
Ein paar Wochen davor, nach einem Lauf über achtzehn Kilometer, hatte er ins Netz geschrieben, dass er inzwischen jeden einzelnen Lauf viel mehr zu schätzen wisse. Ein kleiner, stiller Satz. Man versteht ihn erst, wenn man das Datum daneben legt.
Dezember 2009: die letzten zwei Meilen
Am 6. Dezember 2009 fand der Santa Barbara International Marathon statt, die Wiederbelebung eines Rennens, das es in Santa Barbara zuletzt 1984 gegeben hatte. Genau dieses Rennen hatte Hal Finney lange fest eingeplant. Zum Renntag konnte er nicht mehr laufen und ging am Stock.
Er ging trotzdem hin. Die Spendenaktion war Frans Idee gewesen: Die Muscular Dystrophy Association setzte die Finneys als Teil eines Staffelteams ins Rennen, gesammelt wurde für die ALS-Forschung. Fran sollte den letzten Abschnitt laufen und ihm den Zeitmess-Chip übergeben. Die letzten zwei Meilen legte Hal zu Fuß zurück, Fran an seiner Seite, umringt von Familie, Freunden und den anderen Teammitgliedern in gelben T-Shirts.
Nicht laufen zu können war für ihn kein Grund, nicht ins Ziel zu kommen. Er hat nur die Methode geändert. Ein Jahr später war er wieder dabei. Die Ziellinie überquerte er da im Rollstuhl, den er selbst steuerte.
Der Mann, der die zweite Ebene vorhersah
Ein Jahr später, am 30. Dezember 2010, schrieb Finney in einem Forumsbeitrag etwas, das man heute liest wie eine Wettervorhersage von 2010 für das Wetter von 2026:
„Bitcoin itself cannot scale to have every single financial transaction in the world be broadcast to everyone and included in the block chain. There needs to be a secondary level of payment systems which is lighter weight and more efficient. […] I believe this will be the ultimate fate of Bitcoin, to be the 'high-powered money' that serves as a reserve currency for banks that issue their own digital cash.“
Auf Deutsch: Bitcoin allein kann nicht jede Zahlung der Welt aufnehmen. Es braucht eine zweite, leichtere Ebene darüber. Und am Ende wird Bitcoin das harte Geld darunter sein, auf dem andere aufbauen.
Er schrieb das gut vier Jahre vor dem ersten Lightning-Whitepaper und mehr als sieben Jahre, bevor das Netzwerk tatsächlich lief. Wer heute Sats über Lightning schickt, benutzt genau die Ebene, die Finney damals beschrieben hat, ohne sie bauen zu können.
„Bitcoin and me“, der Text von 2013
Am 19. März 2013 veröffentlichte Finney im BitcoinTalk-Forum einen Beitrag mit dem Titel „Bitcoin and me“. Er schrieb darin über die frühen Tage, über Satoshi, über RPOW, über seine Krankheit. Es ist eines der wenigen Dokumente, in denen ein Bitcoin-Pionier über sich selbst spricht.
Der nüchternste Satz darin ist der schwerste: „Today, I am essentially paralyzed. I am fed through a tube, and my breathing is assisted through another tube. I operate the computer using a commercial eyetracker system.“ Auf Deutsch: Heute bin ich praktisch gelähmt. Ich werde über eine Sonde ernährt, meine Atmung wird über eine zweite unterstützt. Den Computer bediene ich über einen Eyetracker.
Bemerkenswert ist, was danach kommt. Er programmierte weiter. Nicht bis seine Hände versagten, sondern darüber hinaus: mit den Augen, nach eigener Schätzung rund fünfzigmal langsamer als früher, an einer Software zur sicheren Aufbewahrung von Bitcoin. Nebenbei baute er sich mit einem Mikrocontroller eine Schnittstelle, mit der er seinen Rollstuhl über die Augen steuern konnte.
Fünfzigmal langsamer. Die meisten Menschen hören bei zehn Prozent Gegenwind auf. Er hat bei zwei Prozent Geschwindigkeit weitergemacht.
Sein Fazit fällt in dem Text fast beiläufig: „All in all, I have had a good life.“ Und der letzte Satz lautet: „I'm comfortable with my legacy.“
Was ihm zusätzlich zugemutet wurde
Es gibt einen Teil dieser Geschichte, der selten erzählt wird, weil er hässlich ist.
Finney war einer der wenigen frühen Entwickler, deren echter Name bekannt war. Das machte ihn angreifbar. In seinem letzten Lebensjahr wurde die Familie erpresst: Ein anonymer Anrufer forderte 1.000 Bitcoin, damals über 400.000 Dollar. Im Mai 2014 stand plötzlich die Polizei vor dem Haus, ein Hubschrauber kreiste darüber: ein vorgetäuschter Notruf. In den zwei Monaten danach rief der Täter noch neunmal an und drohte der Familie. Hal lag zu diesem Zeitpunkt gelähmt im Bett.
Und noch etwas gehört zur Wahrheit, weil sich hartnäckig das Gegenteil hält: Hal Finney ist nicht als Bitcoin-Millionär gestorben. Als die Behandlungskosten stiegen, verkaufte er den Großteil der früh geschürften Coins, bei einem Kurs von rund 100 Dollar. Fran dazu, nüchtern: Es sei in Ordnung, wenn es bedeute, dass Hal zu Hause bleiben und es ihm gut gehen könne.
Der Mann, der die erste Bitcoin-Überweisung der Geschichte empfangen hat, hat seine Coins für Pflege ausgegeben. Wer „Diamond Hands“ für eine Charaktereigenschaft hält, sollte das wissen.
Der 28. August 2014
Am 28. August 2014 um 8:50 Uhr wurde Hal Finney in Scottsdale, Arizona für tot erklärt. Er wurde 58 Jahre alt.
Das Netzwerk lief weiter. Es hat in seiner ganzen Geschichte zwei ernste Zwischenfälle gehabt: 2010 einen Fehler, durch den kurzzeitig Milliarden Bitcoin aus dem Nichts entstanden, und 2013 eine Spaltung der Kette nach einem Software-Update. Beide fielen in Finneys Lebenszeit, beide waren binnen Stunden eingedämmt. Seitdem läuft es ohne vergleichbaren Vorfall, auch an dem Tag, an dem einer seiner ersten Betreiber starb. Genau das ist der Gedanke, der an diesem Datum trägt: Bitcoin ist so gebaut, dass es niemanden braucht. Auch nicht ihn.
Wir erinnern trotzdem an ihn. Nicht aus Nostalgie, sondern weil die frühen Jahre sonst zu einer Anekdote schrumpfen. Bitcoin wurde von Menschen gebaut, die etwas riskiert haben, als es dafür weder Geld noch Anerkennung gab.
Der Mann, der auf die längste Frist gewettet hat
Es gibt eine Fußnote zu Hal Finneys Geschichte, die viel über ihn erzählt. Er hatte seine kryonische Konservierung schon über zwanzig Jahre vor seinem Tod geregelt. Unmittelbar nach der Todesfeststellung übernahm ihn die Alcor Life Extension Foundation. Er ist dort ihr 128. Patient, geführt unter der Nummer A-1436. Bezahlt hat er das über eine Lebensversicherung und über Bitcoin, die ihm Menschen gespendet haben, die seine Arbeit kannten.
Man muss das nicht für realistisch halten. Aber man sollte sehen, welche Haltung dahintersteht. Finney hat sein Leben lang auf Dinge gesetzt, deren Ertrag weit in der Zukunft lag: Verschlüsselung, als kaum jemand sie brauchte. Digitales Geld, als es keins gab. Eine zweite Zahlungsebene, als es die erste kaum gab. Und am Ende auf eine Medizin, die es noch nicht gibt.
Wer wissen will, was Low Time Preference in letzter Konsequenz bedeutet, also heute etwas zu tun, dessen Nutzen erst viel später eintritt, findet in Hal Finney das vollständigste Beispiel, das die Bitcoin-Geschichte zu bieten hat.
War Hal Finney Satoshi Nakamoto?
Die Frage taucht seit Jahren immer wieder auf, und man versteht warum. Vier Dinge kommen zusammen:
- Er war Kryptograf und seit den Neunzigern Teil der Cypherpunk-Bewegung, genau des Milieus, aus dem Bitcoin kam.
- Er hatte mit RPOW vier Jahre vorher den nächstliegenden Vorläufer gebaut. Niemand sonst war der Idee so nah.
- Er war einer der Allerersten, die die Software starteten, und der erste Empfänger einer Transaktion.
- Und die kurioseste Fußnote: Er wohnte jahrelang wenige Kilometer entfernt von einem Mann namens Dorian Satoshi Nakamoto, jenem Mann, den ein US-Magazin 2014 fälschlich als den echten Satoshi präsentierte.
Man kann daraus eine Theorie bauen. Belegt ist sie nicht. Finney hat zu Lebzeiten bestritten, Satoshi zu sein, und keine der späteren Stil- und Nachrichtenanalysen konnte es zeigen. Geklärt ist die Frage bis heute nicht, und sie wird es vermutlich nie sein.
Uns interessiert an dieser Stelle etwas anderes: Es macht keinen Unterschied. Belegt ist, dass er der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion war, einer der ersten Miner, ein früher Fehlerfinder und über Jahre einer der klarsten Köpfe im Umfeld des Projekts. Man muss ihn nicht zu Satoshi machen, um seine Rolle groß zu finden. Wer das tut, macht die Geschichte kleiner, nicht größer, sie handelt dann von einem Geheimnis statt von einem Menschen.
Bitcoin ist es egal, ob er Satoshi war, und uns auch. Er hat an Bitcoin geglaubt, als das Netzwerk aus einer Handvoll Rechnern bestand und draußen niemand den Namen kannte. Für uns ist er ein Held und eine der stärksten Persönlichkeiten, die Bitcoin je hatte. Er steht für alles, was Bitcoin ausmacht und was diese Community stark gemacht hat.
Er braucht diesen Titel nicht. Er hat einen eigenen:
Hal Finney – First runner. First believer. Forever a legend.
Was aus den zwei Wörtern wurde
Nach Finneys Tod hätte der Satz ein Zitat bleiben können. Ist er nicht.
Seit Januar 2022 gibt es die Running Bitcoin Challenge, angeführt von Fran Finney und ausgerichtet von der ALS Network. Klassische Distanz ist der Halbmarathon, Hals Lieblingsdistanz. Kürzere Strecken gehen auch, gehend oder rollend. Wer mitmacht, sammelt Spenden für die ALS-Forschung, bezahlt in Bitcoin. Die fünfte Ausgabe lief vom 10. bis 31. Januar 2026. Fran Finney zufolge sind seitdem Läufer aus über 50 Ländern in seinem Namen gestartet.
Aus einer Statusmeldung wurde eine jährliche Bewegung, die Geld gegen genau die Krankheit sammelt, an der ihr Urheber gestorben ist. Das ist, wenn man so will, die ehrlichste Form von Proof of Work: Man behauptet nichts, man macht es.
Die dritte Bedeutung: noch ein Schritt
„Running bitcoin“ hat inzwischen drei Bedeutungen, und die dritte ist die, wegen der wir diesen Text überhaupt schreiben.
Erstens, wörtlich: Bei dir läuft ein Knoten. Du prüfst selbst, statt zu vertrauen. Das ist die technische Bedeutung, und sie ist die einzige, die Finney gemeint hat.
Zweitens, körperlich: Du kümmerst dich um den Körper, in dem du die nächsten Jahrzehnte wohnst. Ob du mit achtzig noch Treppen steigst, entscheidest du mit vierzig. Low Time Preference hört nicht beim Sparplan auf.
Drittens, und das ist der Kern: Hal Finney hat sich bis zuletzt durchgebissen. Er ist noch einen Schritt weiter gegangen. Und dann noch einen. Erst joggend. Dann am Stock. Dann mit den Augen.
Unser Kopf setzt uns die Grenzen meistens früher, als der Körper es täte. Wer wirklich glaubt, dass etwas geht, setzt Energie frei, die vorher nicht da war. Das gilt beim Sparplan genauso wie auf den letzten fünf Kilometern und genauso bei der Sache, die du seit zwei Jahren vor dir herschiebst.
Das Prinzip dahinter ist unspektakulär: Was du jeden Tag tust, das bist du. Nicht das, was du dir einmal im Januar vornimmst. Die kleinen Wiederholungen summieren sich wie Zinseszins: leise, unsichtbar, und dann auf einmal sichtbar. Es ist derselbe Mechanismus, der aus 25 Euro im Monat über zehn Jahre etwas macht, das man nicht mehr wegdiskutieren kann. Fang klein an, aber fang an. Und dann geh noch einen Schritt.
Deshalb steht der Satz bei uns auf einem Laufshirt und nicht auf einem Kaffeebecher.
Den Satz tragen

Weil uns diese Geschichte wichtig ist, steht sie bei uns auf zwei Shirts, nicht als Deko, sondern als Zitat mit Herkunft.
Das Bitcoin Laufshirt Running Bitcoin trägt die zwei Wörter typografisch auf dem Rücken, ruhig und klar. Das Bitcoin Laufshirt Hal Finney zeigt sie als großes Motiv mit einem Läufer, dazu die Jahreszahl 2009 und seinen Namen, die zweite Bedeutung, sichtbar gemacht.
Beide sind dasselbe leichte Funktionsshirt: 135 g/m² aus 100 % Polyester, feuchtigkeitstransportierend, mit Mesh-Belüftung und UV-Schutz 40+, in Black, Charcoal und White von S bis XXL. Gemacht zum Laufen. Was sonst, bei diesem Satz. Alles weitere findest du bei unseren Bitcoin Sportartikeln.
Und wenn du im Januar bei der Running Bitcoin Challenge mitläufst: Du weißt jetzt, warum sie so heißt.
Häufige Fragen zu Hal Finney und „Running Bitcoin“
Was bedeutet „Running Bitcoin“?
Der Satz stammt von Hal Finney, der ihn am 11. Januar 2009 veröffentlichte. Gemeint war, dass die Bitcoin-Software auf seinem Rechner lief. Er war einer der Allerersten, die sie überhaupt starteten. Weil Finney selbst Läufer war, hat der Satz eine zweite Bedeutung bekommen, die er so nie beabsichtigt hatte.
Wer war Hal Finney?
Ein US-amerikanischer Kryptograf (4. Mai 1956 – 28. August 2014). Er arbeitete an der Verschlüsselungssoftware PGP, entwickelte 2004 das Vorläufersystem RPOW und war nach eigener Aussage der erste Mensch neben Satoshi Nakamoto, der die Bitcoin-Software laufen ließ.
Wann war die erste Bitcoin-Transaktion?
Am 12. Januar 2009. Satoshi Nakamoto schickte Hal Finney zehn Bitcoin als Test. Die Überweisung steht in Block 170 der Blockchain.
War Hal Finney Satoshi Nakamoto?
Das wird vermutet, ist aber nicht belegt, und Finney hat es zu Lebzeiten bestritten. Für die Theorie sprechen seine Cypherpunk-Vergangenheit, sein Vorläufersystem RPOW, seine Rolle in den ersten Tagen und die Tatsache, dass er nur wenige Kilometer von Dorian Satoshi Nakamoto entfernt wohnte. Belegt ist davon nichts. Belegt ist, dass er der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion war, früh mitschürfte und in den ersten Tagen per E-Mail mit Satoshi korrespondierte.
Woran ist Hal Finney gestorben?
An ALS (amyotropher Lateralsklerose). Die Diagnose bekam er im August 2009, gestorben ist er am 28. August 2014 im Alter von 58 Jahren in Scottsdale, Arizona.
Wann war Hal Finneys letztes Rennen?
Am 6. September 2009 lief er gemeinsam mit seiner Frau Fran einen Halbmarathon in Anaheim und kam in 1:59:27 ins Ziel, siebzehn Tage nach seiner ALS-Diagnose. Am 6. Dezember 2009 war er noch beim Santa Barbara International Marathon dabei, allerdings als Teil eines Staffelteams: Laufen konnte er da nicht mehr, die letzten zwei Meilen ging er am Stock.
Hat Hal Finney seine Bitcoin behalten?
Nein, nicht alle. Als die Kosten seiner Behandlung stiegen, verkaufte er den Großteil der früh geschürften Coins bei einem Kurs von rund 100 US-Dollar. Der Rest lag nach eigener Aussage in einem Bankschließfach und war für seine Kinder gedacht.
Was ist die Running Bitcoin Challenge?
Ein jährliches Lauf-Event im Januar, das es seit 2022 gibt. Es wird von Fran Finney angeführt, der Witwe von Hal Finney, und von der ALS Network ausgerichtet. Teilnehmer laufen einen Halbmarathon oder eine kürzere Distanz und sammeln Spenden für die ALS-Forschung, gezahlt in Bitcoin. Die fünfte Ausgabe lief im Januar 2026.
Was ist mit Hal Finney nach seinem Tod geschehen?
Er hatte seine kryonische Konservierung mehr als zwanzig Jahre vorher geregelt. Direkt nach der Todesfeststellung übernahm ihn die Alcor Life Extension Foundation, wo er als 128. Patient unter der Nummer A-1436 aufbewahrt wird.
Das Netzwerk hat seit seinem Tod keinen Tag ausgesetzt, und die zwei Wörter stehen immer noch da.
Geh noch einen Schritt.
Keep stacking sats,
Tobi & Henry














































